Nur ein neue Schublade? – Grundlagen der Queer Theory
Vortrag von Patrick C. Dörr // 06.07.'11 // 18 Uhr // HZO 100
Queer" ist in der englischen Sprache ein Schimpfwort gegen Lesben, Schwule und diejenigen, die sichtbar Geschlechter- und Sexualitätsnormen übertreten. Wörtlich übersetzt heißt es: ungewöhnlich, sonderbar oder eigenartig. Doch worum geht es in Queer Theory?
Eine genaue Definition gibt es nicht, da queer sowohl eine theoretische Richtung als auch einen politischen Aktivismus darstellt. Queer ist ein Begriff, dessen Bedeutung sich laufend ändern kann und durch seine Unbestimmtheit eine große Variationsbreite beinhaltet. Queer ist unter anderem das Ergebnis spezifischer kultureller und theoretischer Schwierigkeiten in den Fragen nach lesbischer und schwuler Identität und den Versuch, diese durch feste Normen zu definieren. Es berücksichtigt auch postmoderne Auffassungen von Identität, Geschlecht, Sexualität, Macht und Widerstand, indem es sich weigert, eine feste Form anzunehmen. So hält queer eine Beziehung zum Widerstand gegen alles, was das Normale auszeichnet, aufrecht.
Patrick C. Dörr nähert sich den Grundzügen von queer, indem er das theoretische Konzept der Heteronormativität aufzeigt. Durch die anschließende Geschichte der Homophilenbewegung, den Übergang zur Gay Liberation und dem Lesbischen Feminismus gelingt es ihm an die Problematik und die "Grenzen der Identität" heranzuführen.
Schafft es die Queer Theorie Kategorien der Normativität zu beseitigen oder macht sie nur eine weiterer Schublade auf?